Flanieren, schwätzen und genießen

13.07.2015

Von Kirsten Weimar (HSt)

Talheim – Entspannte Atmosphäre beim 19. Gassenfescht mit vielen Besuchern und Programm.

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick, der ein wunderbar entspanntes Sommergefühl ins Talheimer Ortszentrum zaubert: Auf der Bahnhofstraße an der Einmündung zum Rathausparkplatz rauschen keine Autos und Lastwagen vorbei. Stattdessen spielen Kinder mit Hula-Hoop-Reifen, werfen Bälle in die großen Basketballkörbe oder versuchen Teller auf schmalen Stäben zu jonglieren. Auf dem Rathausparkplatz flanieren Besucher, hören dabei dem Talheimer Musikverein zu, der unter den Bäumen auf dem Gehweg aufspielt. Ein Stückchen weiter auf der Bühne hinter dem Brunnen am Rathaus begrüßt die Juniorband aus den beiden Bläserklassen der Schlossbergschule die Festgäste. Einer der ersten großen Auftritte der jungen Musiker, die seit einem Jahr in Kooperation mit dem Musikverein Talheim an der Schule ein Instrument lernen können. Es ist eine wunderbare Kulisse hier auf dem Rathausplatz im Schatten der oberen Burg für das größte Fest in unserer Gemeinde, freut sich Bürgermeister Rainer Gräßle schon um 17 Uhr am frühen Samstagabend über zahlreiche Besucher, die gemütlich im Schatten rund um den großen Brunnen sitzen. Das Talheimer  Gassenfescht findet im zweijährigen Turnus zum 19. Mal statt, hat seit 1979 eine lange Tradition im Ort.

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Verdienst – Es sind 19 Vereine von den Schlepperfreunden über die freiwillige Feuerwehr, den Schwäbischen Albverein, den CVJM bis hin zu den Fußballern und den Turnern, die über zwei Tage am Wochenende das Programm zusammen mit der Gemeindeverwaltung stemmen. Das Fest sei ein Verdienst aller mitwirkenden Vereine. Dafür ein ganz besonders herzliches Dankeschön, betont Gräßle zum Auftakt des sommerlichen Treibens. Dann schreitet er mit seinen beiden Stellvertretern, Michael Gantner und Erhard Schoch, zur Tat beziehungsweise zum Bierfass. Dieses Jahr ist er treffsicher und hat kaum was verschüttet , kommentieren die Zuschauer die drei Schläge, bis der Bierhahn sitzt. Eine schöne Geste ist auch die offizielle Einladung an 226 ehemalige Talheimer, die von der Gemeinde direkt nach der Festeröffnung mit einem kleinen Empfang begrüßt werden. Einer davon ist Jürgen Olma, jetzt Bürgermeister in Widdern. Ich wäre auch ohne Einladung gekommen, bin immer wieder gerne hier beim Gassenfescht , meint er schmunzelnd. Das geänderte Konzept des Gassenfestes, die Ausdehnung über den Rathausparkplatz, die Bahnhofstraße bis hin zur Schlossbergschule, hat sich beim ersten Versuch vor zwei Jahren bewährt und wird nun beibehalten. Erhard Schoch, der bei der Feuerwehr am Samstag hinterm Grill steht und brutzelt, weiß aus langjähriger Helfererfahrung, was die Vereine bei so einem Fest zu leisten haben: Ich habe schon festgestellt, dass es immer die Gleichen sind, die die Fahnen hochhalten. Wir spüren hier wie überall, dass es immer schwieriger wird, genügend Ehrenamtliche zu motivieren.

Spiele – Denn die Talheimer Vereine und Institutionen sorgen nicht nur für reichlich gutes Essen, auch das Programm wird kräftig mitgestaltet. So organisiert das Lehrerteam der Schlossbergschule am Samstagabend eine bunte Spielstraße. Der Turnverein zieht Groß und Klein mit dem Ballrollen mit Glücksmultiplikator an. Wir machen das schon seit fünf oder sechs Gassenfeschten. Und es kommt immer noch prima an, freut sich Turnabteilungsleiter Markus Bindereif. Das Jugendhaus hat sich derweil in ein Gruselkabinett verwandelt. Wer möchte, kann sich dort kostenlos eine Gänsehaut bei den heißen Temperaturen holen.