Ein Dankeschön für die Hilfe in einer Notlage

Von Stefanie Weimann (HSt)

Musikverein Talheim bietet abwechslungsreiches Konzert in der Kilianskirche – Kirchengemeinde stellt Räume für Jugendausbildung

Talheim – Das Konzert des Musikvereins Talheim am Samstagabend in der evangelischen Kilianskirche sollte vor allem eines sein: ein großes Dankeschön des Vereins an die Kirchengemeinde und Pfarrer Johannes Adolph, die in einer Notsituation dem Verein halfen.

Als die Talheimer Schule im April 2003 niederbrannte und mit ihr der Probenraum und viele Instrumente und Noten des Musikvereins, bot Pfarrer Adolph dem Verein seine Hilfe an: Die Jugendarbeit und Einzelausbildung des Vereins konnte im Gemeindehaus weitergeführt werden. Eineinhalb Jahre später bedankte sich jetzt der Musikverein mit einem Kirchenkonzert im Rahmen einer Abendandacht.

Die Kirche war gut gefüllt, als das Orchester unter der Leitung von Werner Werosta mit dem Titel „Arioso“ von Klaus-Peter Bruchmann die Gäste feierlich auf das Konzert einstimmte. Nach Begrüßungs- und Dankesworten durch den Vorsitzenden Friedrich Garrelts folgten fröhlich-beschwingte Stücke, darunter „Concerto d’Amore“ – eine Hommage an die Liebe von Jacob de Haan – und bekannte Spirituals wie „Oh happy day“, „Amen“ und das besinnliche „Amazing grace“. Auch „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber durfte nicht fehlen.

Mit Gedichten wie „Ein Herbsttag“ von Johann Friedrich Voss und dem Prosastück „Herbstgedanken“ von Doris Frech stimmte Pfarrer Adolph auf den Herbst ein. Mit „Air for winds“ folgte ein eher ruhiges Lied, bei dem der ein oder andere Zuhörer die Augen schloss und die Musik auf sich wirken ließ.

Auch das klassische Bläserquintett des Vereins stellte sein Können unter Beweis. Ute-Beate Manske überzeugte auf der Alt-Flöte, begleitet von Martin Lamm an der Orgel. Nach einem gemeinsamen Gebet zum Abschluss, gab es großen Applaus für die Leistung des Musikvereins. Es folgten zwei Zugaben, eine war der bekannte Whitney Houston-Song „One moment in time“, der für eine wahre Gänsehaut-Stimmung sorgte.

Neue Räumlichkeiten hat der Musikverein bislang noch keine gefunden, die Jugend probt daher auch weiterhin im evangelischen Gemeindehaus. Allerdings hat Bürgermeister Rainer Gräßle Hoffnung gemacht, dass der Verein eventuell im Neubau des Schulgebäudes unterkommen könnte. „Für unseren Verein geht es jetzt nur noch bergauf“, meinte Garrelts. „Das Schlimmste haben wir mit dem Brand schon hinter uns. Jetzt sehen wir zuversichtlich besseren Zeiten entgegen.“